Wunderbare Tatsache

ägliche Bewegung ist für mich selbstverständlich, liebe Leserinnen und lie- be Leser. Wunderbar ist die Tatsache, dass sich wieder mehr Menschen bewegen und Sport treiben. Mit einem Augenzwinkern stelle ich fest, dass der Fitnesswahn ausgebrochen ist. Im- mer mehr Leute rackern sich auf öffentlichen Geländen, Fussballfeldern und Parks mit Liegestützen, Klimmzügen und hochintensiven Sprints ab. Einige schleifen einen Autopneu hinter sich nach, andere kriechen auf dem Boden herum. Mit wildem, Biels Stadtpräsident Erich Fehr zeigt gegen einen SCB-Nachwuchsspieler, dass er als ex-EHC-Biel-Juniorentrainer immer noch Eishockey spielen kann. Links beobachtet der frühere Eiskunstläufer Stéphane Lambiel den Zweikampf. Matthias Käser autoritärem Geschrei werden die Akteure weiter gedrillt. Bootcamps schiessen wie Pilze aus dem Boden – einfach nur Fuss- ball oder Boggia spielen findet weniger Anklang. Kürzlich ist mir in einer Kolumne folgende Aussage ins Auge gestochen:

«Bald steht niemand mehr im Tor. Lieber hängen alle daran und machen Klimmzüge.»

Fitnesscenter boomen und dem Körperkult wird gefrönt wie noch nie. Wollten Frauen vor einigen Jahren spindeldürr sein, wünschen sie sich heute stahlharte Pobacken, ein Sixpack und einen dicken Biceps. Es geht sel- ten um Gesundheit oder sportliches Vergnügen, sondern um Ästhetik, respektive das Gutaussehen. Gestählte, definierte Muskeln scheinen aktuell für Frau das Mass aller Dinge zu sein. Mann musste schon immer muskelbepackt sein, damit er dem gesellschaftlichen Bild des starken, erfolgreichen Typs angehört. Um diesem Trend gerecht zu werden, sind viele bereit, sich stundenlang sportlich zu betätigen. Am Mittag wird nicht mehr gegessen, sondern ein Low Carb Shake geschlürft. Natürlich wird auch deftig supplementiert; von Magnesium über Multivitamine, Proteine bis hin zu Anabolika steht fast alles auf dem Ernährungsplan – das freut die Kraftfutterindustrie. Ganz ehrlich, kaum jemand ausser Spitzensportlerinnen und Spitzensportler benötigen eine so ausgeprägte Muskulatur, geschweige denn ist es für Freizeitsportler bei vernünftigem Essverhalten nötig, zu supplementieren. Hauptmotivation, um sich zu bewegen, scheint oft nicht primär der ge- sunde Lebensstil zu sein, son- dern das fitte Aussehen, respek- tive die Selbstoptimierung des persönlichen Egos.

Es gehört zum guten Image, dass man Sport treibt und davon spricht, sei das auf sozialen Medien oder beim Bewerbungsgespräch. Soziologen sprechen davon, dass sich jeder nur noch mit sich selbst beschäftigt und der ursprüngliche, sportliche Gedanke ( beispielsweise zusammen spielen, Aktivität zum Vergnügen betreiben, wett- eifern, etc.) verloren geht. Muskeln spürt man wachsen, nicht aber die Distanz zu den Mit- menschen oder dem tatsächlichen, stressfreien körperlichen und psychischen Wohlbefinden. Der Fitnesswahn ist Ausdruck eines falschen Ideals. Sicherlich habe ich ein überspitztes Phänomen beschrieben und persönlich finde ich es hervorragend, dass sich immer mehr Menschen bewegen und so vom positiven Effekt des Sports profitieren.

Ich zolle Wiedereinsteigern grössten Respekt. Hoffentlich sind die Motivationsgründe vorwiegend Freude an Bewegung, Spiel, Sport und Gesundheit und nicht ausschliesslich die oberflächliche Projektionsfläche des Körpers. Ganz ehrlich, auch ich bin natürlich nicht nur sportlich edel in Gedanken…auch ich schwitze des fitten Aussehens wegen, aber zum Glück vorwiegend aus Freude und weil ich den schönsten Beruf auf der Welt habe: Sportlehrerin und Trainerin.

Danke, liebe Kinder- und Jugendtrainer

Während der Adventszeit wird es für Eishockey-Trainer oft brenzlig und gar nicht gemütlich. Vor Weihnachten wird eine erste Bilanz gezogen. Hat die Mannschaft in der ersten Phase zu wenig Leistung erbracht, muss meist der Kopf der Mannschaft, also der Trainer, seinen Platz räumen. Kevin Schläpfer ist das prominenteste Opfer dieser Saison. Und es werden wohl weitere Köpfe rollen. Das Geschäft im Spitzensport ist knallhart und die Trainer müssen sich ein dickes Fell zulegen, um mit solchen Situationen umgehen zu können. Stimmt hingegen die Leistung, stehen sie auf der Sonnenseite, werden von Fans und Medien zelebriert und die meisten geniessen das auch, ja brauchen das Rampenlicht. Doch für wie lange? Ich habe grössten Respekt vor dem Beruf «Profitrainer».

Liebe Leserinnen und Leser, ich habe genug Worte über den Profisport in der besinnlichen Zeit verloren und möchte mich ganz herzlich bedanken; und zwar bei allen sportbegeisterten Leitern und Trainerinnen, ganz besonders bei denen, die wöchentlich oder gar täglich ehrenamtlich unseren Kindern und Jugendlichen die Faszination an Bewe- gung, Spiel und Sport vermitteln. Ohne sie hätte der Sport in der Schweiz nicht ein so gutes Image. Sie sind die echten Stars im Sport. Sie üben zwar nicht den Beruf «Profitrainer» aus und stehen dementsprechend nicht unter dem enormen Leistungsdruck. Auch interessieren sich die Medien kaum für Nachwuchstrainer. Ihre Berufung ist es, die Kinder und Jugendlichen für den Sport und die Sportkultur zu begeistern und diese breit auszubilden. Dank ihnen konnten in einem Jahr fast 70 000 Jugend und Sport- Kurse und Lager durchgeführt werden und circa 940 000 Kinder und Jugendliche durften sich sportlich und spielerisch betätigen. Selten stehen die Trainer im Rampenlicht und sind trotzdem immer wieder motiviert, Trainings zu leiten. Einige verzichten auf Ferienzeit und begleiten dafür die Jugendlichen ins Trainingslager. Auch die persönliche Weiterbildung steht hoch im Kurs, meist nutzen die Übungsleiter

Fortbildungsmodule von Jugend und Sport und lösen durch ihre anerkannte Leiterausbildung so Geld für ihren Verein aus. Längst nicht jedem sportlichen Kind gelingt der steinige Weg an die Spitze, aber hinter jedem Spitzensportler stehen auch Jugend- trainer. Sie haben mit ihm die ersten Siege gefeiert, aber auch die ersten Tränen getrocknet. Der Umgang mit Sieg und Niederlage muss nämlich erst erlernt werden. Sportliche und spielerische Ausbildung sind eine facettenreiche Lebensschule und so kommt es nicht von ungefähr, dass der Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention auf das Recht für Kinder zum Spielen plä- diert. Von Natur aus wollen Kinder spielen und sich bewegen. In der heutigen Zeit gelingt es nicht allen Eltern, ihren Kindern Bewegung und Spiel zu bieten. Umso mehr müssen wir die Angebote von Jugend und Sport, Schule, Pfadi und so weiter würdigen. Freiwilligenarbeit, respektive die Ehrenamtlichkeit, bilden das Fundament des Sportes und haben grössten Respekt und tiefe Anerken- nung verdient. Es freut mich, dass so viele freiwillig, voller Zufriedenheit, Freude und Überzeugung den Sport und die Bewegung transportieren.

Make America great again?

Unerträglich inhaltslos und «voll auf Mann» dümpelte der US-Wahlkampf dahin. Mit diesem erstaunlichen Ausgang hat jedoch kaum jemand gerechnet – ich jedenfalls habe mich gewaltig «trumpiert» und bin noch immer sprachlos. Was hat dieser Wahl- kampf aber mit Sport zu tun? Eine ganze Menge, liebe Leserinnen und Leser. Der Wahlkampf ähnelte einem Box- kampf, nur leider ohne Ringrichter. Variantenreiche Tiefschläge und Spucken waren erlaubt. Nebenbei erwähnt… Ausgerechnet der farbige Mike Tyson hat sich zu Trump bekannt. Wahrscheinlich hat er während seiner Karriere ein paar Schläge zu viel einstecken müssen, um noch klar denken zu können. Trump hat sich bekanntlich vorwiegend rassistisch und fremdenfeindlich geäussert.

Sowohl Clinton als auch Trump haben sich mit prominenten Sportlerinnen und Sportlern in Szene gesetzt, Clinton stiess, sportlich gesehen, auf mehr Sympathie, vorwiegend im Basketball, im Fussball, in der Leichtathletik und im Tennis. American Football und Baseball haben sich mit einer knappen Mehrheit auf Trumps Seite geschlagen. Wenig überraschend stellten sich viele Athletinnen hinter die Sozialdemokratin, nachdem Trump mit seinen äusserst vulgären Beleidigungen (an- geblichen «Garderobengesprächen») wohl alle Frauen mit einem Quäntchen Selbstachtung vor Wut schäumen liess. Die legendäre Tennisspielerin Martina Navratilova hat noch nie ein Blatt vor den Mund genommen und twitterte:

«I knew America was racist but not this much. And I had no idea America was this sexist. Shame on us…»

Le Velle Moton, ehemaliger Basketballstar und heute Trainer der North Carolina Central University, liess verlauten, dass er sich bereits als Fünfjähriger regelmässig in Umkleidekabinen aufhielt und dass Trumps Aussagen nicht das Geringste mit Garderobengesprächen unter Männern zu tun habe, sondern schlicht sexuelle Belästigung sei. In den USA äussern sich generell mehr Menschen aus dem Sport zu politischen und gesellschaftlichen Ereignissen als in der Schweiz. In die Geschichte eingegangen sind die Sprinter Tommie Smith und John Carlos ein. Während der Siegerehrung streckten der Olympiasieger und der Drittplatzierte die schwarz behandschuhte Faust in die Luft und symbolisierten damit ihren Protest gegenüber der unmenschlichen Diskriminierung der afroamerikanischen Bevölkerung. Am gleichen Tag wurden sie für ihre Zivilcourage bestraft und mussten das olympische Dorf verlassen.

Noch nie haben sich so viele Athleten und Athletinnen zu den Wahlen geäussert. Sie nutzen ihre Vorbildfunktion und übernehmen politische Verantwortung. Der Sport hat in den USA durchaus eine politische Meinung. Auch einige Schweizer Sportler, die in den USA leben, haben sich zu den Wahlen geäussert. Xeno Müller (Ruderolympiasieger) und Thabo Sefolosha (Basketballprofi) haben sich klar für Clinton ausgesprochen und zwar weil Trump unter anderem für den Sport einfach nur eine Schande darstellt. Xeno Müller pfeift auch auf die angekündigten Steuererleichterungen. Gier, Hass, Rassismus und Sexismus gehören nicht zu den Idealen des Sports. Von einem weiteren Leader, aus einer sogenannt «toughen» Sportart, wünschte ich mir ebenso ein gesellschaftliches Engagement und eine Meinung zu wichtigen Themen, egal wie sie ausfällt. Mindestens hätte der NHL- Spieler Mark Streit den Mut aufbringen müssen, diese kund zu tun. Mit einer fadenscheinigen Erklärung hat er sich meinungslos aus dem Staub gemacht. Schade. Liebe Leserinnen und Leser, Sport und Politik sind nicht voneinander zu trennen. Sport kann eine unglaublich starke Rolle in der Politik einnehmen, und wenn man nur einen klei- nen Teil der sportlichen Ideale einbringen kann, verbessert er die Welt ein kleines bisschen.

Kinder sollten Schwimmen lernen

Sind sie ein leidenschaftlicher Schwimmer? Diese beliebte Sportart gehört, nebst Radfahren und Wandern, zu den Beliebtesten in der Schweiz. Auch Jugendliche und Kinder lieben das Schwimmen. Mit dieser durchaus gesunden und sportlichen Fertigkeit trainieren sie Ausdauer, Kraft, Mobilität und natürlich ihre motorischen Fähigkeiten. Sie schützen sich aber auch vor dem Ertrinken. Nichtsdestotrotz verzeichnete die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) zwischen 2004 und 2015 weit über 400 Todesfälle durch Ertrinken; meist in offenen Gewässern wie Seen und Flüssen. Bei Kindern bis 14 Jahre ist es gar die zweithäufigste unfallbedingte Todesursache. Wer es als Kind verpasst, sich im Element Wasser sicher zu bewegen, wird als Erwachsener das Wasser eher meiden – was sehr schade ist. Das Wasserschloss Schweiz ist mit seinen sauberen Seen und Flüssen absolut einmalig.

Ich finde es grossartig, dass der Kanton Bern Schwimmen fix im Lehrplan auf der Volksschulstufe integriert. Das soll nicht heissen, dass sich die Eltern aus der Verantwortung schleichen können. Primär ist es ihre Aufgabe, dass ihr Kind schwimmen lernt. Das gilt auch für Eltern mit anderem kulturellem Hintergrund. Die Schule leistet gerne einen Beitrag dazu. Ich habe als Turnlehrerin öfters erlebt, dass vorwiegend Mädchen oder junge Frauen mit muslimischen Wurzeln oder auch Kinder aus fundamental christlichen Kreisen nicht schwimmen können, da es ihnen nicht gestattet ist, eine Badeanstalt zu besuchen.

Für mich zweifelsohne kein Grund, sie vom obligatorischen Schwimmunterricht zu dispen- sieren. Ganz im Gegenteil. Sie sollen die Chance kriegen, wie alle anderen Kinder und Jugendliche, schwimmen zu lernen und sich im Wasser wohl zu fühlen. Selbstverständlich dürfen sie einen Ganzkörperschwimman- zug (Burkini) tragen! Es ist wichtig, dass alles daran gesetzt wird, jedem Schulkind der Primarstufe Bewegungserfahrungen im Wasser zu ermöglichen.

Seit zwei Jahren müssen im Kanton Bern alle Schülerinnen und Schüler bis Ende des 4. Schuljahres den Wasser Sicher- heits- Check (WSC) absolviert haben und kriegen bei Erfolg einen Ausweis. Bei Nichtbestehen werden die Eltern infor- miert und die betroffenen Kinder haben die Möglichkeit, mittels spezifischen Schwimmkursen bis Ende des 6. Schuljahres den WSC zu erlangen. Wie schon erwähnt, zeigt sich der Kanton Bern mit seinen Absichten sehr fortschrittlich. Leider ist es nach wie vor Realität, dass ein Gross- teil aller Primarschülerinnen- und schüler nicht in den Genuss des obligatorischen Schwimmunterrichtes kommen. Wir haben zu wenig Schwimmgelegenheiten, respektive Hallenbäder. Es ist dringend nötig, dass wir in einigen Regionen Hallenbäder bauen können oder die bestehenden besser auslasten dürfen. In Ferienorten können teilweise Hotelbäder zu Randstunden genutzt werden. Mir ist auch klar, dass dieses Unterfangen hohe Kosten verursachen wird.

Es braucht nicht nur neue Bä- der, sondern auch ein paar kreative Ideen, wie beispielsweise die bestehenden Bäder optimal genutzt werden können. Ich bin gespannt, wie der Kanton Bern das Problem angehen wird. Ich schliesse mit einem Zitat des Physikers und Philosophen Isaac Newton: «Denn wer schwimmen will, muss zu den Flüssen gehen». Ich würde in unserer Sachlage und doch einige Jährchen nach Newtons Zeit, anstelle der nicht ganz ungefährlichen Flüssen wohl eher zu Bäder tendieren…

Sport als Promotionsfach

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Körperliche und geistige Ausbildung leisten einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen, persönlichen Entwicklung. Das wussten schon die alten Griechen. So wurde am Gymnasion charakterliche und intellektuelle Erziehung betrieben, vorwiegend geprägt von körperlicher Ertüchtigung. Leider durften sich Frauen damals im Gymnasion nicht blicken lassen und das nicht, weil die Männer nackt trainierten, sondern aus soziokulturellen Gründen. Glücklicherweise müssen wir im Sportunterricht nicht gegen ein solch antikes Relikt kämpfen, aber eben um ein ganz anderes. In den Gymnasien im Kanton Bern zählt Sport nicht zu den notenrelevanten Fächern und nimmt eine untergeordnete Rolle ein. Bildnerisches Gestalten oder Musik werden bewertet, was selbstverständlich korrekt ist und einem breit angelegten Bildungsverständnis dient. Sport muss logischerweise gleichermassen aufgewertet werden.

Der Kanton Bern zeigt hier ein altmodisches Auftreten (da waren gar die alten Griechen fortschrittlicher) . Viele andere Kantone haben dem Sport längst den legitimen Stellenwert gegeben und benoten diesen. Zusammen mit meinen Kollegen aus dem parlamentarischen Sportrat haben ich einen Vorstoss eingereicht, welcher die Regierung auffordert, im Gymnasium das Fach Sport als Promotionsfach zu gewichten; zwar ist diese bereit, unser Anliegen zu prüfen, doch ihre Antwort lässt nicht viel Hoffnung aufflammen. Sie argumentiert beispielsweise, dass mit einem weiteren Promotionsfach noch besser ungenügende Leistungen in Sprachen oder Mathematik kompensiert werden können, oder dass die Freude wegen des Notendruckes am Sport verloren gehen könnte. Für mich schwächeln beide Argumente. Die Kompensationsfrage betrifft alle Fächer gleich stark und sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Es ist nämlich auch nicht klar, welche Fächer für die Studierfähigkeit tatsächlich relevant sind. Das kommt auf die Studienrichtung an. Ebenfalls wird unterschätzt, dass der Sport durchaus einen wissenschaftlichen Charakter aufzeigt und eines der wenigen Unterrichtsfächer ist, wo kompetenzorientiertes Wissen vermittelt wird. Am eigenen Körper erfährt man zum Beispiel beim Schwingen an den Ringen potentielle und kinetische Energie oder man begreift beim Speerwerfen den schiefen Wurf. Das ist angewandte Physik pur. Ebenfalls lässt sich das zweite Argument der Regierung entkräften. Ziel ist nicht, wie unterstellt, in erster Linie Freude an der Bewegung zu vermitteln, sondern Inhalte. Körperliche, kognitive, gesundheitliche aber auch sozialkompetente Inhalte definieren den Sportunterricht und beeinflussen die Studierfähigkeit sicherlich positiv. Wenn die Regierung ihren Auftrag zuverlässig wahrnimmt, erkennt sie unmissverständlich, dass der grösste Teil der Sportlehrkräfte eine Aufwertung des Sportes begrüsst und die Gymnasiaten und Gymnasiastinnen durchaus bereit sind, im Sport einen Leistungsausweis zu erhalten. Ich schliesse mit einem „Mens sana in corpore sano“.

Das IOC ist unglaubwürdiger denn je

Betrügen, verdecken, die Ethik Charta grob und fahrlässig verletzen und dann schliesslich im Staatsstolz verletzt sein. Liebe Sportbegeisterte, was genau habe ich beim aktuellen, russischen Dopingbetrug falsch verstanden, dass trotz erwiesenem, organisiertem Vergehen, russische Athleten an den Olympischen Spielen in Rio zugelassen werden? Diverse Athletenverbände und zehn nationale Antidoping- Agenturen forderten bereits vor dem McLaren- Bericht den Ausschluss von Russland. Kurz vor Rio spielt sich also einmal mehr ein sportpolitischer Skandal ab. Wenn es nicht die FIFA ist, dann halt das International Olympic Committee (IOC) und Konsorte. Endlich konnte dank dem McLaren- Bericht das staatlich geschützte und geförderte Doping- Programm der Russen aufgedeckt werden. Zwischen 2012 und 2015 sind 643 positive Blutproben aussortiert worden (in ca. 30 verschiedenen Sportarten). Die Winterspiele in Sotschi haben die Russen auf Anordnung des Staates und des Geheimdienstes manipuliert. Proben wurden vertuscht; 15 russische Medaillengewinner waren gedopt. All diese Fakten kommen einem Steilpass für das IOC gleich. Doch das Gremium um den Präsidenten Thomas Bach hatten den Mut nicht, langfristig und konsequent dem Doping den Kampf anzusagen. Was braucht es noch mehr als gezielt organisierter, staatspolitischer Betrug?

Das IOC hat vor einigen Tagen verlauten lassen, dass die internationalen Verbände entscheiden sollen, wer an den Spielen teilnehmen darf und wer nicht. Mit diesem Verhalten untergräbt das IOC nicht nur die Werte sauberer Athleten anderer Nationen, sondern auch die Arbeit der WADA (World Anti-Doping Agency). Die Verantwortung wird abgeschoben- das IOC mausert sich zur Lachnummer. Diverse Verbände heissen nun russische Athleten in Rio willkommen. Bis jetzt hat lediglich der Weltverband IAAF die russischen Athleten konsequenterweise von den Spielen ausgeschlossen. Die einzige, wirksame Massnahme, dem Doping ernsthaft den Kampf anzusagen, wäre der Ausschluss Russlands. Es geht um Staatsbetrug und nicht um einzelne Athleten. Das wäre man dem sauberen Sport schuldig. Das Argument Thomas Bachs, dass es um das Einzelrecht der einzelnen Athleten geht, ist längst nicht mehr haltbar und eine peinliche Ausrede. Welche Seilschaften und Freundschaften haben wohl zwischen dem IOC und Russland gespielt? Eine tragische Figur ist Whistleblowerin Julia Stepanowa, welche nun als vermeintliche Staatsverräterin um ihr Leben bangen muss und nicht an den Spielen teilnehmen darf; weder unter russischer Flagge noch unter neutraler. Auch hier verschanzt sich das IOC mehrheitlich hinter Schweigen als dass es mit stichhaltigen Argumenten überzeugt. Man hätte ihr, wie beispielsweise auch den kuwaitischen Athleten einen Startplatz unter neutraler, olympischer Flagge bieten können (Kuwaitische Athleten dürfen trotz Einmischung ihrer Regierung in den Sport unter neutraler Flagge antreten). Kein Schritt wurde in der Dopingproblematik nach vorne gemacht. Im Gegenteil, das IOC ist mit seinem kurzfristigen Denken unglaubwürdiger denn je. Seilschaften und Korruption funktionieren nach wie vor im Dopingsumpf.

Das IOC ist unglaubwürdiger denn je
Betrügen, verdecken, die Ethik Charta grob und fahrlässig verletzen und dann schliesslich im Staatsstolz verletzt sein. Liebe Sportbegeisterte, was genau habe ich beim aktuellen, russischen Dopingbetrug falsch verstanden, dass trotz erwiesenem, organisiertem Vergehen, russische Athleten an den Olympischen Spielen in Rio zugelassen werden? Diverse Athletenverbände und zehn nationale Antidoping- Agenturen forderten bereits vor dem McLaren- Bericht den Ausschluss von Russland. Kurz vor Rio spielt sich also einmal mehr ein sportpolitischer Skandal ab. Wenn es nicht die FIFA ist, dann halt das International Olympic Committee (IOC) und Konsorte. Endlich konnte dank dem McLaren- Bericht das staatlich geschützte und geförderte Doping- Programm der Russen aufgedeckt werden. Zwischen 2012 und 2015 sind 643 positive Blutproben aussortiert worden (in ca. 30 verschiedenen Sportarten). Die Winterspiele in Sotschi haben die Russen auf Anordnung des Staates und des Geheimdienstes manipuliert. Proben wurden vertuscht; 15 russische Medaillengewinner waren gedopt. All diese Fakten kommen einem Steilpass für das IOC gleich. Doch das Gremium um den Präsidenten Thomas Bach hatten den Mut nicht, langfristig und konsequent dem Doping den Kampf anzusagen. Was braucht es noch mehr als gezielt organisierter, staatspolitischer Betrug? Das IOC hat vor einigen Tagen verlauten lassen, dass die internationalen Verbände entscheiden sollen, wer an den Spielen teilnehmen darf und wer nicht. Mit diesem Verhalten untergräbt das IOC nicht nur die Werte sauberer Athleten anderer Nationen, sondern auch die Arbeit der WADA (World Anti-Doping Agency). Die Verantwortung wird abgeschoben- das IOC mausert sich zur Lachnummer. Diverse Verbände heissen nun russische Athleten in Rio willkommen. Bis jetzt hat lediglich der Weltverband IAAF die russischen Athleten konsequenterweise von den Spielen ausgeschlossen. Die einzige, wirksame Massnahme, dem Doping ernsthaft den Kampf anzusagen, wäre der Ausschluss Russlands. Es geht um Staatsbetrug und nicht um einzelne Athleten. Das wäre man dem sauberen Sport schuldig. Das Argument Thomas Bachs, dass es um das Einzelrecht der einzelnen Athleten geht, ist längst nicht mehr haltbar und eine peinliche Ausrede. Welche Seilschaften und Freundschaften haben wohl zwischen dem IOC und Russland gespielt? Eine tragische Figur ist Whistleblowerin Julia Stepanowa, welche nun als vermeintliche Staatsverräterin um ihr Leben bangen muss und nicht an den Spielen teilnehmen darf; weder unter russischer Flagge noch unter neutraler. Auch hier verschanzt sich das IOC mehrheitlich hinter Schweigen als dass es mit stichhaltigen Argumenten überzeugt. Man hätte ihr, wie beispielsweise auch den kuwaitischen Athleten einen Startplatz unter neutraler, olympischer Flagge bieten können (Kuwaitische Athleten dürfen trotz Einmischung ihrer Regierung in den Sport unter neutraler Flagge antreten). Kein Schritt wurde in der Dopingproblematik nach vorne gemacht. Im Gegenteil, das IOC ist mit seinem kurzfristigen Denken unglaubwürdiger denn je. Seilschaften und Korruption funktionieren nach wie vor im Dopingsumpf.

Mit Spass hat das nichts zu tun

Samstag,25.06.2016

Träumen von Goldmedaillen, Stanley Cup oder Olympischen Spielen. Zeit und Geld werden ohne Ende investiert. Sie haben es erraten, liebe Leserinnen und Leser. Es handelt sich um die sportliche Leistung der Kinder von, gelinde gesagt, übermotivierten Eltern, die das Befinden der ganzen Familie vom sportlichen Erfolg ihrer Sprösslinge abhängig machen und sich einen Lebensstil aneignen, welcher der sportlichen Karriere untergeordnet wird. Kürzlich sorgte ein Foto des Kinderlaufes in Linz für Furore in den Medien. Eltern zerren und schleifen ihre kleinen «Sportskanonen» über die Ziellinie. Mit Spass hat das nichts mehr zu tun. Solche Situationen treffen wir auch bei uns an. Schreiende Väter an der Seitenlinie, hysterische «Hockeymuttis» oder auch «Tenniseltern», die ihre Kinder von der Tribüne aus coachen. Die Erwartungen an den Nachwuchs sind hoch. Stolzerfüllte Eltern, wenn der Sohn ein Tor schiesst, aber auch enttäuschte und frustrierte Väter und Mütter, wenn ihre «Investitionsobjekte» versagen. Scheitert ein Kind oder zerbricht am Druck der Eltern, erleidet es eine bittere Enttäuschung. Lob, Anerkennung und Zuneigung ertrinken in Tadel und Vorwürfen. Die betroffenen Kinder sind unglück- lich über sich selbst, aber vorwiegend traurig, dass sie die Eltern nicht zufrieden stellen konnten. Hier ereignen sich Tragödien in ihrer Sporthistorik. Mit dem Vertrauensverlust in das eigene Können, aber auch in die bedingungslose Liebe der Eltern, schaltet das Gehirn auf stur und kann nur schwer Neues dazu lernen. Mit ihrem druckvollen Verhalten zerstören Eltern die vielseitige, sportliche Entwicklung ihrer Kinder und möglicherweise auch die Spitzen- sportkarriere. Vor allem aber rauben sie ihnen die unbeschwerte Kindheit.

Eltern sind wichtig für die sportliche Entwicklung ihrer Kinder und ein Grossteil meistert diese Aufgabe verantwortungsvoll und fördernd. Bei Eltern, die ihre Kinder zu Spitzensportlern trimmen wollen, könnte es böse in die Hose gehen. Anfangs haben ihre Schützlinge Vorsprung auf ihre gleichaltrigen Kameraden, da sie einen enormen Trainingsvorsprung aufweisen. Schon bald einmal holen aber die anderen Kinder auf und der Vorsprung schrumpft. Der gleiche Effekt konnte auch im Bereich der Frühförderung in der Schulbildung gezeigt werden. Diese bringen dann den Vorteil einer breiteren, sportlichen Ausbildung mit und sind eigenständiger. Sie wurden nicht ständig von kreisenden «Helikoptereltern» überwacht und übersteuert, sondern mussten bereits selber Entscheide fällen. Den Sommer haben sie nicht in der Eishalle oder beim Privattrainer verbracht, sondern draussen beim Spielen mit Freunden oder gar im Polysportlager und sie konnten so wichtige soziale Kontakte knüpfen. In diesem Fall wird Sport mit Freude verbunden und wird aus Eigeninteresse betrieben und nicht wegen der Anerkennung der Eltern. Bekanntlich verbleiben Kinder länger beim Sport, wenn Eltern diesen vorleben und einen natürlichen, lehrreichen Umgang mit Erfolg und Niederlage pflegen. Der Durchbruch zum Spitzensportler ist von vielen Faktoren abhängig, auch von einer grossen Portion Glück. Durchaus gewinnen ab und an die «Dressurpferdchen», öfters aber die wahren Talente und die können sich Zeit lassen. Eltern können Talenten mit ihrem unermesslichen Ehrgeiz den Weg an die Spitze versperren und ihnen den Sport zum Graus machen. Ich schliesse mit einem Riesendank an El- tern, die ihren Kinder vielseitige Bewegung und regelmässiges Training ermöglichen und hoffe, dass Vereine und Verbände übereifrige Eltern vermehrt in die Schranken weisen.

Akademische Turnlehrkräfte

Samstag, 21.05.2016

Die Akademisierung des Lehrerberufes hat leider auch im Sport Einzug gehalten. Wer Schulturnen unterrichtet, muss ein vier- bis fünfjähriges, wissenschaftliches Studium absolvieren, wobei leider bei den meisten Institutionen die Praxisausbildung zu kurz kommt. Alleine die Fachhochschule in Magglingen hält am hohen Praxisanteil fest. Die Absolventen und Absolventinnen kriegen trotz praktischer und erziehungswissenschaftlicher Ausbildung mit Bachelordiplom aus bildungspolitischen Gründen keine Lehrbefähigung. Alle angehenden Lehrkräfte müssen generell oder zusätzlich an die Pädagogische Hochschule, ebenfalls ein bildungspolitischer Entscheid. Ich bin einigermassen erstaunt, denn genau in der «Magglingerausbildung» werden mehrere hundert Stunden für angehendes Unterrichten in der Schule vermittelt. Ob der Turnunterricht mit einer Masterqualifikation fachlich gewinnt, wage ich zu bezweifeln.

Hat sich der Turnunterricht in den letzten Jahren so verändert, dass über ein Jahr zusätzlich studiert werden muss, um den Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden? Unsere Gesellschaft hat sich gewandelt, was einen Einfluss auf den Unterrichtsanspruch und somit auf die Ausbildung hat. Im Grundsatz geht es immer noch um das Erwerben von sportlichen Fertigkeiten und um sozialpädagogische Aspekte. Schüler und Schülerinnen sollen lernen, lachen und leisten. Selbstverständlich gehören Erziehungswissenschaften zum Hintergrund einer Sportlehrkraft. Sie helfen die Praxis zu reflektieren und anzupassen. Nicht neu und spätestens seit den 70er-Jahren geniessen Sportstudierende während ihrer Ausbildung diesen Fachbereich. Heute wird der Fokus vermehrt auf den theoretischen Inhalt gesetzt und das zulasten der Praxis. Die Wissenschaft muss aber im Dienste der Praxis stehen und nicht umgekehrt.

Die pädagogische Hochschule hat den Auftrag, angehende Lehrkräfte ganzheitlich auf ihren späteren Beruf vorzubereiten. Mit weniger Sportpraxis ist niemandem geholfen, weder der Lehrkraft, geschweige den Schülern und Schülerinnen. Generalisten haben während ihres Studiums nicht die Möglichkeit, den Bereich Sport so zu vertiefen, wie es früher an der Universität oder aktuell noch in Magglingen der Fall ist. Erziehungsdirektionen wünschen auf Volksschulstufe Generalisten und keine Monofachlehrer. Der Qualitätsanspruch wird aber nach wie vor gefordert und im gleichen Atemzug wird die Sportpraxis an der PH auf ein Minimum reduziert oder kann sogar abgewählt werden. Selbstverständlich darf der Generalist mit Masterabschluss trotzdem in der Turnhalle stehen. Natürlich gibt es auch engagierte Generalisten, die hervorragenden Sportunterricht erteilen, aber eben auch viele, die mit wirbelnden Kindern in der Halle überfordert sind und selber zu wenig Fachkompetenz mitbringen. Ich vertraue mein Kind ungern solchen Lehrkräften an, da ich nicht einmal weiss, ob sie zum Beispiel im Bereich Sicherheit genügend Erfahrung mit sich bringen. Die pädagogi- sche Hochschule ist keine Universität und muss auch nicht einem hochakademischen Anspruch genügen. Sie muss praxisorientiert ausbilden.

Ich hoffe, dass zumindest im Kanton Bern die Bildungspolitiker zukünftig nicht nur von Unterrichtsqualität im Sport sprechen, sondern diese konsequent fordern und sich nicht von schönen Titeln blenden lassen. Das bedingt mehr sportpraktische Ausbildung an der Ausbildungsstätte. Ich wünsche mir erziehungswissenschaftlich und sportpraktisch ausgebildete Lehrkräfte, die mit Herzblut und Mut engagierten Sportunterricht erteilen.