Die Armee macht es vor

Der Countdown läuft für unsere Schweizer Athle- tinnen und Athleten. Im Februar entflammt das Olympische Feuer in Pyeongchang. Sportbegeisterte wie Sie, liebe Leserinnen und Leser, fiebern begeistert mit und wir alle möchten unsere Wintersportlerinnen und Wintersportler siegen sehen, mit ihnen den Siegestaumel erleben, uns mitreissen lassen, und sei es auch nur vor dem Bildschirm.

Um exzellente Leistungen zu erbringen, trainieren Athletinnen und Athleten mindestens während zehn Jahren zirka 10 000 Stunden. In ihrer leistungsorientierten Welt sind die Ziele klar definiert. Der Tagesablauf wird von Trainingsplänen bestimmt. Privatleben und das bisschen Freizeit werden darum herumgebaut. Im Fokus steht einzig die sportliche Leistung, gemessen an nationalen und internationalen Anlässen.

Traum eines jeden Athleten ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Die Schweizer Armee bietet ein optimales Trainingsgefäss und Umfeld für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler. Diese müssen vorgängig durch eine harte Selek- tion und ihre Verbände entsen- den nur die besten in die Spitzensport-Rekrutenschule. Aktuell schwitzen 33 Wintersportler und Wintersportlerinnen im Kraftraum und in anderen Trainingsanlagen in Magglingen. Sie sind Sportsoldaten mit dem klaren Ziel: Olympische Spiele. Ihr Auftrag ist es, unsere Nation würdig und ehrenvoll an den Olympischen Spielen und anderen Grossanlässen zu vertreten.

Um ihnen ihr ehrgeiziges Ziel zu ermöglichen, unterstützt sie der Bund, falls sie bereit sind, Militärdienst zu leisten. Dieser hat aber nur noch marginal mit dem klassischen Dienst zu tun. Im Jahr 2016 wurde während 7900 Diensttagen sportartspezifisch trainiert. Selber bin ich in der Sommersaison zusammen mit meinem Partner Alex Reinhard als Konditionstrainerin für Swiss Ice Hockey und den Bund im Einsatz und kann bestätigen, dass das Bundesamt für Sport in Zusammenarbeit mit der Armee ein optimales Trainingsumfeld bietet. Nebst der Infrastruktur und den betreuten Trainingseinheiten, stimmen medizinische, sport- psychologische und die regenerative Unterstützung.

Nicht alle Verbände können ihren Athleten und Athletinnen diese professionelle Unterstüt- zung nach der RS oder dem WK in Magglingen bieten, da oft teils finanzielle Mittel und teils Strukturen fehlen. Kontinuität ist in einer Spitzensportkarriere eminent wichtig und gerade deswegen müssten professionelle Rahmenbedingungen für das Training während des ganzen Jahres greifen. Ja, es kostet etwas und es darf meiner Meinung nach auch etwas kosten. Quali- tät gibt es nicht gratis.

Vorbildlich zeigt sich der Kanton Luzern mit dem Projekt «Unsere Helden – Luzerner Olympia- und Topsportler- team». Die ausgewählten Sportlerinnen und Sportler kriegen finanziellen und ideellen Support, um sie auf ihrem olympischen Weg zu begleiten. Das Geld fliesst aus dem Lotteriefonds von Swisslos. Der Kanton Luzern ist sich der Vorbildfunktion von Sportlerinnen und

Sportlern bewusst. So nimmt er die Unterstützten als Botschafter und Repräsentant für den Sport in die Pflicht. Sie setzen sich für den Breiten- und Gesundheitssport, den Schul- sport, etc. ein. Der Kanton Ba- sel-Landschaft unterstützt ebenfalls potentielle Olympia- kandidaten- und kandidatin- nen. Wer eine realistische Chance für eine Teilnahme hat, wird finanziell unterstützt.

Ich würde mich freuen, wenn der Kanton Bern sich konsequenter für den Sport einsetzen würde und ähnliche Konzepte wie die beiden erwähnten Kan- tone ins Auge fassen würde. Natürlich muss primär der Breitensport gefördert und finanziert werden. Aber die Spitze darf nicht untergehen. Diese hat nämlich eine grosse Ausstrahlung auf den Breitensport.

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