Zumutbarer Schulweg für unsere Kinder

BildVerkehrssicherheit auf dem Weg zur Schule und den Kindergarten

Res Hofmann und ich (beide SP) haben eine Interpellation betreffend

zumutbarer Schulweg

eingereicht. Als Co- Präsidentin von Fussverkehr Bern ist es mir ein grosses Anliegen, dass Schulkinder und Kindergärteler einen sicheren und zumutbaren Weg garantiert haben. Sie sollen zu Fuss, mit dem Velo oder anderem Rollmaterial sicher und aktiv von Tür zu Tür bewegen können. In der Verfassung ist verankert, dass jedes Kind ein Sozialrecht auf unentgeltliche Schulbildung hat und auch ein Recht auf einen zumutbaren Schulweg, resp. auf einen geeigneten Transport. Als Bewegungsbegeisterte setzte ich mich selbstverständlich für einen aktiven Schulweg ein.

In unserer Interpellation fragen wir den Kanton an, ob die Gemeinden ihre Pflichten wahr nehmen und einen sicheren Schulweg garantieren, resp. an ein geeignetes Fusswegnetz angeschlossen sind.

Ebenfalls interessiert uns, ob der Kanton säumige Gemeinden verpflichten kann, das Fuss- und Wanderwegnetz in ihre Richtplanung aufzunehmen.

Interpellation

 

Standpunkt

2016-05-09 12.21.30Persönliche Meinung zum Sport

Das Bielertagblatt ermöglicht mir monatlich meine Meinung unter der Rubrik

Standpunkt

zu aktuellen Sportthemen kund zu tun. Die Herren Bertolotti, Mengisen, Laciga und Müller äussern sich ebenfalls alternierend zu interessanten, aufwühlenden, sportlichen Themen. Bis Anhin habe ich zu „Ein Symbol des Respekts“ und „Akademische Turnlehrer“ meinen Standpunkt vertreten.

Links zu Presseartikel:

http://www.bielertagblatt.ch/nachrichten/vermischtes/ein-symbol-des-respekts

http://www.bielertagblatt.ch/akademische-turnlehrkraefte

Texte im PDF:Akademische Turnlehrkräfte Ein Symbol des Respekts

 

 

 

 

Akademische Turnlehrkräfte

Samstag, 21.05.2016

Die Akademisierung des Lehrerberufes hat leider auch im Sport Einzug gehalten. Wer Schulturnen unterrichtet, muss ein vier- bis fünfjähriges, wissenschaftliches Studium absolvieren, wobei leider bei den meisten Institutionen die Praxisausbildung zu kurz kommt. Alleine die Fachhochschule in Magglingen hält am hohen Praxisanteil fest. Die Absolventen und Absolventinnen kriegen trotz praktischer und erziehungswissenschaftlicher Ausbildung mit Bachelordiplom aus bildungspolitischen Gründen keine Lehrbefähigung. Alle angehenden Lehrkräfte müssen generell oder zusätzlich an die Pädagogische Hochschule, ebenfalls ein bildungspolitischer Entscheid. Ich bin einigermassen erstaunt, denn genau in der «Magglingerausbildung» werden mehrere hundert Stunden für angehendes Unterrichten in der Schule vermittelt. Ob der Turnunterricht mit einer Masterqualifikation fachlich gewinnt, wage ich zu bezweifeln.

Hat sich der Turnunterricht in den letzten Jahren so verändert, dass über ein Jahr zusätzlich studiert werden muss, um den Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden? Unsere Gesellschaft hat sich gewandelt, was einen Einfluss auf den Unterrichtsanspruch und somit auf die Ausbildung hat. Im Grundsatz geht es immer noch um das Erwerben von sportlichen Fertigkeiten und um sozialpädagogische Aspekte. Schüler und Schülerinnen sollen lernen, lachen und leisten. Selbstverständlich gehören Erziehungswissenschaften zum Hintergrund einer Sportlehrkraft. Sie helfen die Praxis zu reflektieren und anzupassen. Nicht neu und spätestens seit den 70er-Jahren geniessen Sportstudierende während ihrer Ausbildung diesen Fachbereich. Heute wird der Fokus vermehrt auf den theoretischen Inhalt gesetzt und das zulasten der Praxis. Die Wissenschaft muss aber im Dienste der Praxis stehen und nicht umgekehrt.

Die pädagogische Hochschule hat den Auftrag, angehende Lehrkräfte ganzheitlich auf ihren späteren Beruf vorzubereiten. Mit weniger Sportpraxis ist niemandem geholfen, weder der Lehrkraft, geschweige den Schülern und Schülerinnen. Generalisten haben während ihres Studiums nicht die Möglichkeit, den Bereich Sport so zu vertiefen, wie es früher an der Universität oder aktuell noch in Magglingen der Fall ist. Erziehungsdirektionen wünschen auf Volksschulstufe Generalisten und keine Monofachlehrer. Der Qualitätsanspruch wird aber nach wie vor gefordert und im gleichen Atemzug wird die Sportpraxis an der PH auf ein Minimum reduziert oder kann sogar abgewählt werden. Selbstverständlich darf der Generalist mit Masterabschluss trotzdem in der Turnhalle stehen. Natürlich gibt es auch engagierte Generalisten, die hervorragenden Sportunterricht erteilen, aber eben auch viele, die mit wirbelnden Kindern in der Halle überfordert sind und selber zu wenig Fachkompetenz mitbringen. Ich vertraue mein Kind ungern solchen Lehrkräften an, da ich nicht einmal weiss, ob sie zum Beispiel im Bereich Sicherheit genügend Erfahrung mit sich bringen. Die pädagogi- sche Hochschule ist keine Universität und muss auch nicht einem hochakademischen Anspruch genügen. Sie muss praxisorientiert ausbilden.

Ich hoffe, dass zumindest im Kanton Bern die Bildungspolitiker zukünftig nicht nur von Unterrichtsqualität im Sport sprechen, sondern diese konsequent fordern und sich nicht von schönen Titeln blenden lassen. Das bedingt mehr sportpraktische Ausbildung an der Ausbildungsstätte. Ich wünsche mir erziehungswissenschaftlich und sportpraktisch ausgebildete Lehrkräfte, die mit Herzblut und Mut engagierten Sportunterricht erteilen.

Ein Symbol des Respekts – Standpunkt im Bieler Tagblatt

Samstag, 16.04.2016

Seit einigen Tagen geht kein Tag vorbei, ohne dass in den Medien über den Vorfall von Therwil berichtet wird: Zwei Schüler mit islamischem Hintergrund haben der Lehrerin aus religiösen Gründen den Händedruck verweigert. Das Thema ist wie üblich sehr heiss gekocht und teilweise auch pauschal diskutiert worden. Dieser Vorfall war ganz bestimmt eine grosse Ausnahme. Als Sportlehrerin hatte ich glücklicherweise bis jetzt keine ernsthaften soziokulturellen Schwierigkeiten im Sportunterricht, musste aber beispielsweise auch schon erklären, wieso bei uns alle ins Schwimmbad dürfen und der Schwimmunterricht obligatorisch ist. Wir haben an unseren Schulen Lehrpläne, die für alle gelten.

Für mich ist die Verweigerung des bei uns traditionellen Grusses ist ein absolutes «No-Go». Es ist eine Diskriminierung gegenüber dem weiblichen Geschlecht. Hier in der Schweiz haben Frauen gleiche Rechte wie Männer. Dieses Recht wurde vor vielen Jahren hart erkämpft. Menschen aus anderen Ländern mit anderen Religionen sind zu uns gekommen, weil sie unterdrückt und verfolgt worden sind. Darum kann ich nicht nachvollziehen, dass hier bei unseren alltäglichen Ritualen, welche respektvoll gegenüber allen Men- schen sein sollen, Kompromisse gemacht werden. Unsere Kultur darf nicht hinten angestellt werden. Für mich nimmt der Sport, und damit meine ich auch den obligatorischen Sportunterricht in der Schule, eine zentrale Rolle für die Integration ein. Respektvolle Berührung zwischen Lehrkraft und Schülerinnen und Schülern hilft eine Beziehung aufzubauen. Wir kommunizieren verbal und nonverbal. Dies ist absolut notwendig, besonders im Sport. Wir brauchen Körper und Körperkontakt. Es muss gelernt werden, mit dem eigenen Körper umzugehen und auch Grenzen zu setzen. Nähe und Distanz prägen die sportliche Bewegung. Der «Handshake» ist ein gängiges und sehr beliebtes Ritual; oft auch vor der Stunde zur Begrüssung oder eben auch während des Spiels in einer ab- geänderten Form. Freude und Emotionen werden durch Körpersprache ausgedrückt. Ein lauter, begeisterter Jubel, gefolgt von einem freundschaftlichen Abklatschen nach einem Tor, ist wohl eines der wunderbarsten Rituale. Buben geben Mädchen einen Handschlag und Mädchen Buben. So soll es sein.

Im Sport gibt es keine Kopfbedeckung, weder Schildmütze noch Kopftuch. Wir respektieren einander und treten einander gleich gegenüber. Zugehörigkeitssymbole jeglicher Art sind unnötig. Dazu kommt, dass Kopfbedeckungen im Sport unbequem sind und die Schülerin- nen und Schüler an der freien Bewegung hindern. Die Bewegung, also der Umgang mit dem Körper, basiert auf grossem Vertrauen und Respekt. Nur so kann zusammen, gespielt, geturnt, gekämpft, getanzt oder geschwommen werden. Meine Schüler und Schülerinnen müssen mir vertrauen, dass ich sie am Reck bei einer Übung unterstützen oder vor einem Fall bewahren kann. Ich biete Hand – ein Zeichen des Respekts. Nach gewonnenem Spiel, egal ob im Schul- oder Vereinssport reicht der Sieger dem Verlierer die Hand. Der Verlierer gratuliert. Auch hier zeigt sich wieder die Geste des Respekts, der Fairness und Toleranz. Das passiert ganz natürlich und ist für alle klar. Sport verbindet, ist eine Chance für alle und kann «Berge versetzen». Nutzen wir sie.

Der Kanton Bern verzichtet auf Mia von Steuergeldern

Bildschirmfoto 2016-01-20 um 13.59.50Steuerhinterziehung soll nur moderat bekämpft werden…?!?

Gestern ist mein Vorstoss zum Thema Steuerhinterziehung abgelehnt worden. Ca. 30 Stimmen haben gefehlt. Die bürgerlichen Parteien finden, dass der Kanton genügend Mittel habe, um Steuersünder zu ahnden. Dem ist ganz sicher nicht so! Kürzlich wurden über 20 Stellen auf der Steuerverwaltung im Kanton Bern gestrichen. Wer soll den nun die brisanten Steuerdossiers kontrollieren? Die Löhne all dieser Personen oder allenfalls auch von Steuerinspektoren würden ein Vielfaches einspielen. Wie kann man nur auf dieses Geld verzichten? Mit diesen Einnahmen könnte man gar an eine Steuersenkung denken. Die SVP hat in ihrer Argumentation „voll auf Mann gespielt“. Thomas Fuchs hat keine sachlichen Argumente hervorgebracht. Der BDP- Sprecher Samuel Leuenberger hat ein sehr sachliches Votum abgehalten, hätte aber lieber ein Postulat überweisen lassen. Mir persönlich war ein Postulat zu schwach.

Ich will jetzt griffige Massnahmen und nicht in 4 Jahren.

Die EDU hat noch nicht vor langer Zeit, sich sehr vehement für Sozialinspektoren eingesetzt, damit die Sündigen sanktioniert werden. Schleierhaft ist mir nun, wieso sie sich gegen Steuerinspektoren ausgesprochen hat. Dort könnten wir viel mehr Geld reinholen und das sind grössere Verbrecher als Sozialhilfebzüger! Möglicherweise habe ich den Titel (Volkssport) nicht treffend ausgewählt. Ich sage in meiner Motion nicht, dass ich generell jedem Bürger und jeder Bürgerin misstraue! Die Normalverdienenden und Menschen mit kleinen Einkommen können auch nicht in grossem Masse Steuern hinterziehen. Das wäre wenig attraktiv. ich müsste wohl eher vom “ Spitzensport“ sprechen.

Superreiche leisten sich aber öfters das Spässchen, den Kapitalgewinn nicht sauber zu deklarieren…

Es soll mir niemand weise machen, dass bei einem Schätzwert von ca. 2 Mia Franken Verlust pro Jahr, nur wenig Menschen Steuern hinterziehen.

Motion Zryd: http://www.gr.be.ch/etc/designs/gr/media.cdwsbinary.DOKUMENTE.acq/e410e5ae40e74cc998efb6f3934aaaac-332/2/PDF/2015.RRGR.577-Vorstossantwort-D-119984.pdf

Links zu Presseartikel:

20min. http://www.20min.ch/schweiz/bern/story/Steuerdetektive-sollen-fuer-Bern-Geld-reinholen-10239296

Le journal du jura: http://www.journaldujura.ch/tous-tricheurs-faudrait-quand-meme-pas-pousser

Berner Zeitung: http://www.bernerzeitung.ch/region/kanton-bern/sp-scheitert-mit-weiterem-vorstoss-zu-steuerhinterziehung/story/22044317

Kantonale Sportstrategie kann am Ball bleiben

IMG_4493Motion zur Bodigung der Sportstrategie Kanton Bern scheitert klar!

Der SVP- Vorstoss wollte, dass das „aktuelle Leitbild Sport des Kantons Bern“ überprüfen lassen und den aktuellen Prozess der überdirektionalen Erarbeitung der Sportstrategie stoppen. Glücklicherweise war dem Parlament klar, dass wir auf dem richtigen Weg sind und der Kanton mehr als nur ein Leitbild braucht. Er braucht Eine Strategie, welche mit Teilkonzepten untermauert wird. Ebenfalls zu erwähnen ist, dass mit dem Inkrafttreten des Sportförderungsgesetzes auf Bundesebene auch etliche Änderungen für den Kanton anstehen.

Wir haben nominiert

FullSizeRenderSportlerinnen und Sportler des Jahres und ein unglaublicher Trainer

Zusammen mit Pierre- Yves Grivel, Noémie Sauvage, Jean- Pierre von Kaenel und Bertrand Choffat durfte ich für die Gratiszeitschrift BielBienne die Sportlerinnen und Sportler des Jahres nominieren. Wir waren uns schnell einig, dass die junge Agnou unbedingt in die Ränge kommen muss. Diese Saison ist sie wahrlich explodiert. Ihre Leistungskurve zeigt steil nach oben. Mich hat aber besonders die Nomination von Jean- Pierre Egger gefreut.  Wir treffen uns meist täglich im Kraftraum End der Welt. Momentan weilt er aber bei Valérie Adams in Neuseeland. Ich durfte Einiges von Jean- Pierre lernen. Er war in verschiedenen Bereichen Dozent oder Fachperson.

Hier der Link zum Artikel in BielBienne: http://www.bielbienne.com/tl_files/BB.16/bb_aktuell.pdf

Im Beobachter…Zwangsspagat für Turnlehrer

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Zitat aus dem Beobachter, 24. 12. 2015.

ECTS- Punkte abstottern, statt etwas zu lernen

Der Beobachter hat sich intensiv mit der hochaktuellen Thematik der ungewissen Zukunft von Turn- und Sportlehrkräften befasst und schon mehrfach Artikel darüber verfasst. Nach wir vor warten wir darauf, dass die Zürcher Volksschule pragmatische Lösungen für unsere Sportlehrkräfte findet und sich nicht stur an neue Diplome krallt. Es kommt mir so vor, als wüsste niemand mehr so recht, wer für was geeignet ist. Altverdiente Sportlehrkräfte werden einfach abgeschossen. Ihnen werden langjährige Studien aufgezwungen, obschon sie teils selber als Übungsleiter von jungen Sportlehrkräften wirken. Da muss man schon leer schlucken. Auf der anderen Seite sollen heute die Ausbildungen besser sein und die Lehrkräfte mehr befähigen, in der Praxis als Pädagogen (hier im Fachbereich Sport) tätig zu sein. Es ist aber eine traurige Tatsache, dass diese oftmals in ihrer Ausbildung an der PH, Sport mehr oder weniger von ihrer Liste streichen. Als Generalisten unterrichten sie dann aber trotzdem in diesem sehr spezifischen Fachbereich. Wo bleibt denn da die Qualität und die Sicherheit? Genau- auf der Strecke!

Hier der Link zum Artikel im Beobachter: http://www.beobachter.ch/arbeit-bildung/aus-und-weiterbildung/artikel/schule_zwangsspagat-fuer-turnlehrer/