Zu dicke Kinder

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Arme und Ungebildete sind dicker…

Ich weiss, dieser Titel ist sehr provokativ. Es tut einem weh, so etwas zu lesen und wie kann ich es wagen, so etwas zu schreiben? Das Soll nicht etwa eine diskriminierende Aussage sein, es entspricht leider der Tatsache. Heute ist fast jedes fünfte Kind übergewichtig und das schon im Kindergarten oder früher. Mit diesem Ballast haben sie sowohl physisch als auch psychisch zu kämpfen. Tägliche Hänseleien begleiten sie. Bekannt ist laut Berner Zeitung vom 7.Dezember 2013, dass Kinder mit Eltern aus tiefem Bildungsniveau noch mehr betroffen sind. Satte 26% sind zu dick. Ebenfalls kann man dem Artikel  der BZ entnehmen, dass der BMI von gut betuchten Eltern früher höher war als bei Kindern aus ärmeren Familien. Heute hat sich der Sachverhalt gerade umgekehrt: Je ärmer, desto eher haben Kinder einen höheren BMI. Wo bleibt hier denn die Chancengleichheit? Es darf nicht sein, dass Kinder so stark vorbelastet sind. Die Problematik des Übergewichts oder gar von Adipositas kennen wir schon länger. Alle sprechen von gesünderem Essen und mehr Bewegung. Ich frage mich nur, wieso der Trend aufwärts zeigt und keine Besserung in Aussicht ist. Wo versagen wir, wo versagt die Politik? Bekanntlich können sich Familien, welche Sozialhilfe beziehen oder im Bereich von „Working Poor“ leben, keine teuren Lebensmittel kaufen. Gesunde Produkte kosten oft viel. Mancherorts fehlt sicherlich auch das Wissen um kindergerechte, gesunde Ernährung.

Hier noch ein erschreckendes Beispiel: 30%  der Kinder von Eltern ohne Lehre, können nur mit Stützrädern Velo fahren. Lediglich 5% von gebildeten Eltern zeigen den gleichen Sachverhalt. (Urs Wüthrich schreibt das in seinem Artikel).

Wir kennen die Fakten. Nun bitte nicht den Kopf in den Sand stecken und den „Vogelstrauss machen“. Wir brauchen dringend eine starke Bildung. Gerade bei Menschen mit Migrationshintergrund   und sozial ärmeren Familien muss mehr Bildung möglich sein, respektive muss diese bezahlbar sein. Nur so kann man die Leute in die Pflicht nehmen. Mindestlöhne müssen eingeführt werden, damit überhaupt einigermassen ein gesunder  Lebensstandard möglich ist. Schliesslich Müssen Sport und Bewegung stärker verankert werden. Das Bewegungsbewusstsein kommt nur mit der Bildung und der Praxis. Schulen müssen bewegte Pausen einführen und unbedingt den obligatorischen Schulsport gut gestalten. Ball in die Halle reicht nicht!

Der Kanton Bern ist gezwungen, seine Sparmassnahmen nochmals zu überdenken und nach Lösungen zu suchen.

 

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